Weitere Infos:

Zur Photovoltaikanlage finden Sie unter www.hs-albsig.de/solar oder Bauamt Winterlingen, Tel.: 07434/279-31
Monatlicher Check der Anlagen

Gemeindeeigene Photovoltaikanlage

Seit August 2005 betreibt die Gemeinde Winterlingen eine eigene 40kW Anlage auf dem Hallenbaddach.

Im folgenden Bericht soll auf Fragen eingegangen werden:
  • Wie leistungsfähig ist jetzt diese Anlage im Vergleich zu anderen Anlagen in der Region?
  • War die damalige Bau-Entscheidung richtig, trotz aller Bedenken und Zweifel?

Zunächst eine kurze Darstellung der Technik:
Die Anordnung im oberen Bild zeigt zwei rechteckförmige Modulfelder und das dritte ist Dreieckförmig, die dreieckförmige Aussparung ist wegen der Abschattung des Kamins des Blockheizkraftwerks.

Gesamtansicht der Anlage
Die Anlage besteht aus 176 Polykristallinen Modulen (Made in Germany) a 230W, zusammen ergibt das eine Leistung von 40,5kW.
Unterhalb der Anlage im Dachstuhl wurde eine robuste und übersichtliche Modulstrang-Überwachung eingebaut. Siehe Bild unten. Der Vorteil dieser Überwachung ist sofort sichtbar, falls ein Modul ausfällt und folglich weniger Leistung erzeugt, ergibt das entsprechende Messgerät einen geringeren Ausschlag als die anderen und somit ist der Ausfall sehr schnell lokalisierbar.

Modulstrang-Überwachung
Nach der Unterverteilung mit der Modulstrang-Überwachung gehen die Leitungen in den Keller, wo jetzt ein Zentral-Wechselrichter die Gleichspannung Dreiphasig in das Stromnetz einspeist. Um die Zuverlässigkeit der Anlage zu steigern, sind nicht mehrere String-Wechselrichter (in der Regel hier 8 Stk. mit 5kW) eingesetzt, sondern nur ein einziger Zentralwechselrichter.
Getreu nach dem Motto: was nicht vorhanden ist, kann auch nicht ausfallen.
Neben dem Wegfall der Stringwechselrichter, ist ein weiterer Vorteil, es ist nur ein Netzanschluss nötig.
Auch erfolgt die Inbetriebnahme von nur einem Wechselrichter, dies spart Zeit und Programmierfehler.

Wie leistungsfähig ist jetzt diese Anlage im Vergleich zu anderen Anlagen in der Region?

Die Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Fachhochschule FH-Albstadt, unter Leitung von Prof. Kuhn, bewerten seit Jahren die PV-Anlagen im Bereich der Stadtwerke Balingen (derzeit über 180 Anlagen).

Ein Vergleich der Anlagen ist aber nur sinnvoll, wenn Anlagen nur aus dem gleichen Entstehungszeitraum verglichen werden. Der Vergleich bezieht sich immer auf den Ertrag (Energie in kWh) pro installierter Leistung (in kW). Die Winterlinger Anlage hat im Jahre 2006 einen Ertrag von 1077 kWh/kW erzielt. Im Vergleich zu den Balinger Anlagen, die ebenfalls 2005 errichtet wurden, haben diese im Mittel 986 kWh erzielt. D.h. die Winterlinger Anlage hat einen um ca. 10% höheren Ertrag erzielt. Obwohl, die Anlage nach Süden ausgerichtet ist, hat sie nicht die optimalste Dachneigung von ca. 33°, dies ist kein Hindernis für sehr gute Erträge. Sicherlich ist die Planung, die Auswahl der Komponenten sehr wichtig. Ein weiterer Erfolgsfaktor der leicht in Vergessenheit gerät, ist neben den Modulen und den Wechselrichter die Installation und Leitungsverlegung. Fehler, Mängel an dieser Stelle machen sich erst nach Jahren bemerkbar. Was diese Anlage neben ihren Erträgen hervorhebt, keine spezialisierte Solar-Firma hat den Aufbau vorgenommen, sondern die Gemeinde-Mitarbeiter vom Bauhof, die diese Anlage sehr solide und zuverlässig aufgebaut haben. Federführend ist hier der Gemeinde-Elektriker zu erwähnen.

War die damalige Bau-Entscheidung richtig, trotz aller Bedenken und Zweifel?
Betrachtet man die Erträge so kann man die damalige Entscheidung eindeutig bejahen.

Wie schaut es mit der Lebensdauer solch einer Anlage aus?
Die Lebensdauer von PV-Anlagen werden gemeinhin mit 20 Jahren angegeben, es gibt aber Ergebnisse von PV-Anlagen die schon über 22 Jahre am Netz sind und immer noch 80% der Anfangsleistung (inkl. Wechselrichter) erbringen.

Die Erträge zeigen auch, dass es sehr sinnvoll und lohnend ist, in Winterlingen PV-Anlagen zur errichten, zumal hier auf der Alb sehr viele Sonnenscheintage sind, im Vergleich zu anderen Regionen. Im September 2009 wurde auf dem Dach der Realschule eine weitere Photovoltaikanlage mit 45,150 kwp in Betrieb genommen.